Leider ist mir vor kurzen mein Server abgeraucht zuhaus. Wie? Nun, einfach so. Er lief, ich war mit Proxmox am spielen (VM oder CT eingerichtet, gespielt, gelöscht und son kram halt). Dann den Server selbst mit apt-get aktualisiert, uA kam ein Kernel-Update rein. Ergo: Neustart…

Und was passierte dann? Nichts.
Reboot > nichts.
Auf Toilette gegangen und gewartet. Nichts passierte, nun schob ich ein überzeugenderes
strg & c sowie ein reboot -f
hinterher. Server fuhr dann halbwegs freiwillig runter wie er sollte. Fast zumindest. Denn als es um den eigentlichen Neustart ging, kam nur ein wehleidiges BEEP BEEP BEEP BEEP. Auf die Fronttaster (PWR und RESET) getippselt und: keine Reaktion.

Prompt den Deckel vom Gehäuse abgenommen, am Netzteil ausgeschaltet und wieder eingeschaltet > nichts… Alle Turbinen Lüfter drehten voll (~10000-12000rpm). Aber auch nach 5 Minuten lief ein Ping ins leere. Der Geräuschpegel und die Tonlage der Lüfter trieb mich beinahe in den Irrsinn… Jetzt versuchte ich per Nullmodem ins BIOS zu kommen. Nichts… Monitor und Tastatur angeschlossen, gestatet und: Checksum-Error. Ins BIOS rein und geschaut. Angeblich drehten sich die Lüfter mit nur 561rpm. Alles wieder so eingestellt, wie es eigentlich gehört, F10 (Save and exit) – Gespeichert hat er, aber exit/reboot: Nix.

Das Serverboard habe dann ich Abgeschrieben. Verzweifelt und niedergeschlagen steckte ich den Ram in meinen Ersatzrechner/Server und habe Proxmox neu installiert. Leider kann die Intel-CPU keine wirkliche Virtualisierung (VT-x). Aber die Container liefen. Also reichte mir das mehr oder weniger. Nebenbei Schrieb ich allerdings mit ManituManuel, und so fragte ich dann ganz beiläufig, ob dort im Indianerreservat nicht zufällig ein Serverboard zum Recyclen herum liegt. Die Anfrage war eher scherzhaft und ich hatte nicht wirklich mit einer Positiven Antwort gerechnet. Es folgte die Nachfrage, für welche CPU und Ram, ob nur das nackte Board und so. Nach etwas hin und her, kam dann diese Antwort:

Wir haben sogar noch ein neues auf Lager, was Dir in Kürze zugeht.
:-)

Ich war Baff, wirklich!! (Und hätte ich das gewusst, hätt‘ ich mir vielleicht noch 2-4*4GB passenden Ram dazu gewünscht :-P )

Prompt kam das Board auch hier an:

pac1

(Bevor die Nörgler sich denken: „uhh, is ja uralt!“ ja genau, das ist es. Aber es ist genau das, was ich brauche um meinen „Serverbetrieb¹ aufrecht zu erhalten“)

 
Voller Enthusiasmus ‚riss‘ ich das alte Board aus dem Server raus und schon kamen erste zweifel auf Grund der höhe auf. Egal, weiter gebastelt. CPU nebst 1HE-Kühler (neben VGA, über HDMI zu erkennen) und frischer WLP eingepflanzt, alles eingebaut und: Schade!

IMG_20160414_103712
Passte nicht. Aber die Audio, USB und esATA-Sektion auslöten war nicht so wirklich eine Option. Also musste ich doch den Ersatz-Server runterfahren und alles neue dort, im normalen Tower, einbauen. Als alles drin war: Scheiße!
Das Netzteil hat nur einen 4-Poligen ATX-CPU-Stecker. Das Board will aber einen 8-Poligen haben. Wäre zwar schnell zu lösen gewesen, aber ich wollte weder das neue Board ‚Verlöten‘ noch das Server-Netzteil zerschneiden. Ersma hingesetzt, eine geraucht und nen Kaffee dazu. *IDEE* – Klar! Flott das Netzteil aus dem Servergehäuse gerupft, eingebaut und TADAA, es läuft:

photo_2016-04-14_13-35-12

War zwar tierisch laut und sah übel aus, aber der Server rannte wieder. Dann ging es ans Festplatten anschließen. Wieder kam ein SCHEIßE! Denn das Netzteil hatte gar keine sATA-Anschlüsse. Und die Adapter? keine Ahnung wo die alle waren, jedenfalls wohl (just in diesem Moment) weit weg. Einen habe ich dann noch gefunden, einen 2er. HDDs angeschlossen. Die dritte HDD war eher unwichtig (80GB, Backup der Container). Als ich alles zusammengebaut hatte, stellte ich den Server zurück in seine ecke und erblickte einen weiteren sATA-Adapter. Mittlerweile habe ich alle 7 Adapter wiedergefunden. Und gut verstaut, damit ich sie beim nächsten mal garantiert wieder nicht finde :)

Als auch der zweite Adapter Verbaut und die Backup-HDD angeschlossen war, ging es ans erste Booten. Da das komplette System gewechselt wurde, stellte ich mich darauf ein, das es zur Kernelpanik kommt und ich alle Container sichern und Proxmox/Debian neu Installieren muss. Aber: VERDAMMT!!! Es läuft. Fast zumindest. Aus eth0 wurde eth1 – Mit einer kleinen Änderung in der /etc/udev/rules.d/70-persistent-net.rules lies sich das schnell beheben:
SUBSYSTEM==“net“, ACTION==“add“, DRIVERS==“?*“, ATTR{address}==“6c:f0:49:65:ef:17″, ATTR{dev_id}==“0x0″, ATTR{type}==“1″, KERNEL==“eth*“, NAME=“eth0

Mittlerweile ist ein bestellter Adapter angekommen und ‚Verbaut‘:

adapt0|adapt1
Ich habe mich dann doch noch dazu hinreißen lassen, Debian/Proxmox mal eben neu zu Installieren.

Auf neuer HDD, denn 160GB reichen einfach nicht aus. Mit dem alten Board dauerte der Boot und das anschließende Starten aller Container¹ runde 3-5 Minuten. Mit dem neuen Board sind es 30-60 Sekunden. Vorher war eine Samsung HD160JJ Verbaut, nun eine „Seagate Pipeline HD 5900.2“ (ist aus einen MediaReceiver 501 der Telekom, 500GB :)).
 

 

Auch hier nochmal ein
fettes Dankeschön
an ManituManuel
und sein Team!

 

 

 

 

 

¹= Drei Container starten derzeit automatisch:
Bildschirmfoto-9
Server-DNS = Debian mit dnsmasq und einer fetten Filterliste
Server-Proxy = Ein Privoxy-Server. Ebenfalls ein Debian mit Filterlisten, dort aber von Adblockplus
Owncloud: Ein Turnkey-Debian. Der Name ist Programm :)